The Dart Side of Life - Die Adrian Geiler Kolumne #10: World Cup of Darts 2026: Deutschland, Polen, Spanien – diese Teams können überraschen
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40 Nationen kämpfen in Frankfurt um den Team-WM-Titel. Adrian blickt auf die Chancen der BULL’S Spieler, analysiert die Debatte um Ricardo Pietreczko und erklärt, warum Polen und Spanien zu den Geheimfavoriten gehören.
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Hallo liebe Dartsfreunde,
es ist offizell: Die Teilnehmerliste für den World Cup of Darts steht fest. Die Team-WM ist eines meiner Lieblingsturniere. Nirgendwo anders ist die Vielfalt und Diversität des Darts so zu spüren wie vom 11. bis 14. Mai in der Eissporthalle Frankfurt. Es ist ein waschechtes Dartsfestival. 40 Darts-Nationen gehen an den Start und wollen in die Fußstapfen von Titelverteidiger Nordirland treten. Unter den insgesamt 80 Teilnehmern sind auch fünf BULL’S-Spieler.
Team Deutschland
Wie die letzten beiden Jahre führt Martin Schindler das deutsche Duo als Kapitän an. Mit seiner achten Teilnahme am World Cup of Darts schwingt sich „The Wall“ zum neuen deutschen Rekordspieler der Team WM auf. An seiner Seite ist wie 2025 Ricardo „Pikachu“ Pietreczko. Gemeinsam haben sie letztes Jahr Darts-Deutschland ein Sommermärchen beschert. Der Triumph über England mit den als unschlagbar geltenden „Lukes“ (Luke Humphries und Luke Littler) ist einer der größten deutschen Darts-Siege aller Zeiten. In diesem Jahr hatten Martin und Ricardo schon so ihre Problemchen. Während Martin diese immer besser in den Griff zu bekommen scheint, geht es bei Ricardo eher in die andere Richtung. Deswegen ist eine heftige Debatte entstanden, ob „Pikachu“ auf seinen Startplatz verzichten sollte – vor allem, weil sein Ersatz BULL’S-Spieler Niko Springer wäre, der seinen Tiefschlag nach der WM abgeschüttelt hat. Ich finde, das ist eine komplexe Diskussion. Wahrscheinlich wäre eine Absage von Ricardo die beste sportliche Entscheidung – wobei keiner so richtig weiß, wie sich das Wurfproblem bei „Pikachu“ entwickelt. Medial wäre der Druck auch enorm. Aber Ricardo hat sich diesen Startplatz (und das damit einhergehende, nicht unbeträchtliche Preisgeld) als zweitbester deutscher Dartsspieler der letzten zwei Jahre verdient. Es ist seine Entscheidung. Und die gilt es zu respektieren. Wie auch immer Ricardos Entscheidung ausfällt: Mit Deutschland ist dank des Heimvorteils immer zu rechnen.
Team Österreich
Der langjährige BULL’S-Spieler Mensur Suljovic ist eine der Konstanten des World Cup of Darts. Nur „The Gentle“ und William O’Connor (Irland) haben ihr Land bei jeder Ausgabe vertreten. An seiner Seite ist erneut BULL’S-Spieler Rusty-Jake Rodriguez. Für „RJR3“ ist es die zweite Teilnahme beim World Cup of Darts. Letztes Jahr hat das sehr gut funktioniert, in beiden Spielen lag der Average von Suljovic/Rodriguez über 90 Punkten, wobei die beiden mit 99,38 Punkten sogar einen neuen Landesrekord aufstellten. Trotzdem war in einer Todesgruppe mit Australien und Spanien Schluss – zum zweiten Mal in den letzten drei Jahren. Dazwischen lag aber eine überraschende Finalteilnahme 2024. Österreich gehört für mich zum erweiterten Favoritenkreis. Vor allem, weil Mensur so gut spielt wie seit Jahren nicht mehr. Wenn Rusty-Jake nach einer bisher schwierigen Saison in seinen Leistungen nicht zu sehr absackt, kann was gehen für „felix Austria“.
Team Polen
Für mich ist Polen DAS absolute Dark Horse Team. Kaum ein anderes Team (vielleicht noch Nordirland) hat so wenige Baustellen. BULL’S-Spieler Krzysztof Ratajski ist der Kapitän und spielt ein fantastisches Jahr. Sein Partner ist einer der up-and-coming Spieler der Tour: Sebastian Bialecki. „Bolt“ hat letztes Jahr einen ProTour-Titel geholt und ist dieses Jahr drauf und dran, sich für das World Matchplay zu qualifizieren. Das kann eine richtig geile Mischung werden. Hier der erfahrene „Polish Eagle“, der History Maker Polens. Dort sein Erbe und Zögling. Eins ist klar: Bei den Polen wird es 2026 mehr viben. Bei der Kombi Ratajski/Szaganski war die Atmosphäre eher Kategorie Zweckehe. Ratajski und Bialecki kennen sich seit „Bolt“ ein Kind ist.
Team Spanien
Und das nächste Dark Horse. Spanien ist traditionell ein Favoritenschreck des World Cup of Darts. Unvergessen der Sieg bei der ersten Austragung der Team-WM 2010 über das englische Duo Phil Taylor und James Wade – die damalige Nummer 1 und 2 der Welt! Am Ende war im Halbfinale Schluss. Das spanische Team 2026 ist jetzt vielleicht das beste aller Zeiten. BULL’S-Spieler Cristo Reyes ist zurück auf der Tour und spielt besser denn je. Nur die fantastische Beau Greaves hat aus der aktuellen Tourkartenklasse mehr Preisgeld eingenommen als „The Spartan“. Der Neundarter in Graz war das nächste Highlight. Zum ersten Mal seit sieben Jahren geht es für Cristo jetzt zur Team-WM. Und zum ersten Mal spielt er mit Jose Justicia zusammen. „The Joker“ stand zu Beginn des Jahres in einem Challenge Tour Finale und durfte als Nachrücker auf der ProTour mitspielen. Trotzdem ist Spanien ungesetzt. Dieses Duo will keiner in seiner Gruppe haben und kann Schaden anrichten.
Team Norwegen
Die Skandinavier gehen unverändert in diesen World Cup of Darts. BULL’S Spieler Cor Dekker ist der einzige Tourcardholder Norwegens und entsprechend der Anführer. Ihm zur Seite steht erneut Kent Jøran Sivertsen. Diese Kombination hat nach dem Aus in der Gruppenphase letztes Jahr Luft nach oben. Cor entwickelt sich seit seinem Wechsel zu BULL’S sehr positiv. Die Weltmeisterschaft ist über die Nordic & Baltic Tour zum Greifen nahe – und damit lebt die Hoffnung, doch noch die Tourkarte zu verteidigen. Der Erfolg Norwegens, die ungesetzt ins Turnier gehen, hängt von seinem Level ab.
Wenn ich auf die anderen Nationen schaue, fallen eins auf: Das könnte einer der offensten World Cup of Darts seit Ewigkeiten werden. England hat letztes Jahr mit den Lukes nicht funktioniert. Wales und Jonny Clayton fehlt der kongeniale Partner Gerwyn Price. Wie gehen die Titelverteidiger Nordirland mit Josh Rock und Daryl Gurney mit dem Druck um? Wie harmoniert das Michael van Gerwen und Gian van Veen (der nominell die Nummer 1 der Niederlande ist)? Schottland hat eine unberechenbare Kombi mit Debütant Cameron Menzies und Gary Anderson. Deutschland ist ein Fragezeichen, Belgien (Mike de Decker, Dimi van den Bergh) ein vielleicht noch größeres. Das alles könnte Möglichkeiten bieten für Underdogs (Polen, Spanien, Hongkong, Tschechien, Irland) – and I’m here for it.
Ich freue mich wie Bolle darauf. Und ich hoffe, ihr auch!
Game on, euer Adrian
